In der Regel kann ich mich ganz gut selbst motivieren. Aber dann gibt es immer wieder Phasen, in denen es mit der Selbstmotivation einfach nicht klappen will. Ich hinke meinem Zeitplan hinterher, fange mehrere Aufgaben gleichzeitig an ohne sie fertig zu bekommen usw.

Was mir in solchen Phasen die Motivation zurück bringt, sind ein paar kluge Sprüche von anderen kreativen Leuten. Für die nächste Arbeitswoche habe ich 5 (für jeden Arbeitstag einen) ausgewählt, um mich über die nächste Woche zu bringen. Ich habe mir vorgenommen, mir die Ratschläge als Tagesmotto zu setzen und mich daran zu erinnern. Probiert es doch selbst einfach mal aus!

Montag

„The start is what stops most people.“

Don Shula, ehemaliger American-Football-Trainer

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich finde Montag einen schwierigen Tag. Es ist so eine Art Transit-Tag – nicht mehr Wochenende, aber auch noch nicht ganz Arbeitstag. Meistens arbeite ich Montags auch nicht besonders effizient. Doch irgendwie hat der Montag auch etwas von Neuanfang. Er ist der erste Tag der neuen Woche. Montags möchte ich wieder voll durchstarten, deshalb verschiebe ich die unerledigten Aufgaben gerne auf diesen Tag. Das Resultat ist eine scheinbar endlose Liste an To-Dos. Vielleicht bin ich ja deshalb so demotiviert an diesem Tag? Stresst mich der Anblick der vielen Aufgaben? Fühle ich mich schon am Anfang der Woche überfordert? Was meinte Don Shula mit seinem Ausspruch?

Vielleicht wollte er damit sagen, dass wir häufig Angst vor dem Start haben. Es kann die Angst sein, Fehler zu machen oder zu scheitern. Wenn wir uns auf neue Aufgaben einlassen, dann müssen wir unsere Komfortzone verlassen. Wir begeben uns in eine Art Lernzone, in der sich alles irgendwie wackelig anfühlt. Dinge gelingen uns einfach noch nicht so. Aber das ist ganz normal. Irgendwann haben wir dann aber genügend Übung. Denn die Lernzone von heute ist die Komfortzone von morgen.

Wenn man als digitaler Nomade und virtueller Assistent arbeitet, lernt man quasi jeden Tag etwas Neues hinzu. Das ist wie ein Muskel, den man trainiert. Also, lasst euch von Anfängen und Neuem nicht stressen. Ein neuer Start gehört in unserer schnellen Arbeitswelt einfach dazu. Seht es als Chance, euch weiterzuentwickeln.

Dienstag

Jeder Dienstag hat das Recht, sich in einen Sonntagmorgen zu verwandeln.“

Thiago de Mello, brasilianischer Poet

Warum eigentlich nicht? In letzter Zeit ist bei uns auch am Wochenende immer viel zu tun. Dann kommen wir sonntags gar nicht richtig zum Frühstücken. Und ich liebe Frühstück. Ich werde das definitiv mal ausprobieren. Vielleicht auch als Belohnung, weil ich den Montag überstanden habe?

Mittwoch

„No one is you and that is your power.“

Frida Ramstedt, schwedische Wohnbloggerin, auf Twitter (@trendenser)

Mittwoch ist schon die Hälfte der Woche geschafft, aber die Motivation lässt dann schon wieder nach. Selbstzweifel sind bei mir keine Seltenheit. Gerade wenn Projekte am Laufen sind, hinterfrage ich zu viel. Das Internet ist voll von spannenden Blogs und erfolgreichen Webseiten. Fange ich jetzt an, mich zu vergleichen, habe ich schon verloren. Viele von diesen Projekten waren am Anfang vielleicht auch nicht so erfolgreich. Das dauert manchmal ganz schön lange. Das merke ich jetzt auch gerade. Aber wichtig ist, seinen eigenen Weg im weltweiten Internet-Dschungel zu finden. Du kannst dir Anregungen und Impulse holen, aber es ist immer besser eigene Ideen daraus zu entwickeln. Stell dir Fragen und überlege, wer du bist und wie du dich präsentieren willst. Mir hat das sehr geholfen, weil es mir Selbstbewusstsein gegeben hat. Durch eine Online Identität habe ich mich noch einmal besser kennengelernt. Dadurch ist mir bewusst geworden, dass ich für mein Leben Verantwortung übernehmen muss. Nutzt diese Chance, wenn ihr online und in Social Media unterwegs seid. Seid ihr selbst!

Donnerstag

„Ganz gleich, wie groß, weich oder warm dein Bett ist, du musst doch irgendwann raus.“

Grace Slick, US-amerikanische Sängerin

Ehrlich gesagt, ist das ein heikles Thema für mich. Egal ob man ein früher Vogel oder eine Nachteule ist (oder wie ich eine Goldammer, die so ab 11.00 ihre produktivste Zeit hat) eins ist sicher, ein strukturierter Tagesablauf hilft weiter. Mir hat er definitiv geholfen, voran zu kommen. Es geht dabei auch gar nicht darum, wann ihr aufsteht. Das muss man manchmal auch ausprobieren. Besonders im Homeoffice kann ich morgens konzentrierter und fokussierter arbeiten. Für einen Donnerstag ist das doch ein gutes Motto. Jetzt gilt es durchzuhalten, denn es ist noch ein Arbeitstag übrig. Auch wenn es schwer fällt, versucht mal eher aufzustehen. Es lohnt sich.

Freitag

„Respektiere den Raum zwischen ‚nicht mehr‘ und ‚noch nicht‘.“

Nancy Levin, US-amerikanische Autorin

Die Woche ist vorbei und wieder habe ich nicht alles geschafft, was ich wollte. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht wirklich vorangekommen bin. Bei genauerem Hinschauen, fallen mir dann doch die kleinen Fortschritte dieser Arbeitswoche auf. Veränderungen brauchen eben ihre Zeit. Ich nehme mir oft vor, die Zeit zwischen „nicht mehr“ und „noch nicht“ zu genießen. Vielleicht sollte ich das ja doch mal ausprobieren. Jetzt ist die Woche geschafft. Erstmal das Wochenende genießen und Kraft tanken für die nächste Arbeitswoche.