Eine Website zu erstellen ist heutzutage im Prinzip ganz einfach. Dafür braucht man längst keine Programmierkenntnisse mehr. Die meisten Webseiten werden mit einer Art Baukastensystem erstellt. Doch spätestens dann, wenn es um Fragen der Typografie, dem Layout und der Erstellung von konkreten Inhalten geht, kommt man irgendwie nicht weiter. Welches Design soll ich nehmen? Welche Schriftart spricht meine Zielgruppe an? Welche Farben passen zu meinem Unternehmen?

#Das Ziel der Webseite festlegen

Vor zwei Wochen ging es im Teil 1 der Insidertipps für eine erfolgreiche Website um einige Grundsatzfragen. Die Antworten darauf benötigen wir jetzt, um das Ziel Ihrer Webseite festlegen zu können. Wenn Sie lediglich eine reine Infoseite oder digitale Visitenkarte Ihres Unternehmens brauchen, reicht eine einfache Struktur in der Regel aus. Wollen Sie dagegen auch Produkte und Dienstleistungen vorstellen bzw. verkaufen, ist die Integration eines Webshops sinnvoll. Planen Sie hingegen, Ihre Kunden zu informieren und zu unterhalten sowie eine Interaktion mit Ihrer Zielgruppe, sollten Sie über den Aufbau eines Unternehmensblogs nachdenken. Aus Gründen der Vereinfachung fokussiere ich in diesem Artikel nur auf die Erstellung von Infoseiten und von Blogbeiträgen.

#Seiten und Beiträge erstellen

Seiten

Seiten sind statisch, d.h. die Informationen werden seltener bearbeitet. Entscheiden Sie sich für eine reine Infoseite, dann gehört definitiv eine „Über uns“/“About us“/“Unser Team“- Seite auf Ihre Webseite. Dort beschreiben Sie, wofür Ihr Unternehmen steht, welche Produkte und Dienstleistungen Sie anbieten und wer zu Ihrem Team gehört. In manchen Branchen ist es auch üblich, vergangene und zukünftige Projekte zu präsentieren. Das kann in einer Kategorie „Projekte“/“Portfolio“ untergebracht werden. Vielleicht ist Ihnen auf anderen Webseiten schon einmal die Kategorie „FAQ“ aufgefallen. In dieser Rubrik können Sie Ihren Kunden wichtige Informationen vermitteln, die Sie dann nicht mehr per Telefon oder E-Mail erfragen müssen. Im Moment kann Ihnen das besonders viel Zeit sparen. Das Informationsbedürfnis wegen der Einschränkungen der Covid-19 Pandemie und deren Lockerungen sind groß.

Ein positives Beispiel dafür habe ich gestern erlebt. Die hiesige Stadtbibliothek hat nach mehreren Wochen Schließung wieder teilweise geöffnet. In der Schließzeit hatte ich mich ehrlich gesagt nicht mehr um mein Bibo-Konto gekümmert. Das hatte dazu geführt, dass ich völlig den Überblick verloren hatte. Zuerst dachte ich daran, direkt bei der Bibliothek anzurufen. Aber dann entschied ich mich doch, auf die Webseite zu schauen. Zu meinem Erstaunen wurden alle meine Fragen bereits auf der Startseite beantwortet. Das hat mir sofort den Druck genommen und den Mitarbeitern der Bibliothek viel Zeit gespart. Also, mit einer guten FAQ-Seite oder Startseite können Sie Ihren Kunden und sich selbst eine Menge Gutes tun.

Obwohl Seiten statisch sind, können Sie damit auch eine Interaktion mit Ihren Kunden erreichen. Sie können z.B. ein Kontaktformular bereitstellen, dass sich über das schon erwähnte Baukastensystem ohne Probleme integrieren lässt. Das Kontaktformular können Sie direkt in einem Menüpunkt „Kontakt“ unterbringen. Wenn Sie eine Startseite oder Homepage eingerichtet haben, dann empfiehlt sich auch eine Verlinkung zum Kontaktformular. Sie können aber auch überall dort, wo es für den Kunden nützlich, wäre zur Kontakt-Seite verlinken. Das mag jetzt für Sie dennoch alles kompliziert klingen. Aber glauben Sie mir, wenn Sie es einmal selbst gemacht haben, werden Sie sehen, wie einfach das ist. Es reichen häufig ein paar Klicks.

Beiträge:

Ein Beitrag ist dynamisch und aktuell (wichtig für SEO, dazu mehr in Teil 5). Auf den meisten Webseiten findet man Beiträge in der Kategorie „Blog“/“News“/“Aktuelles“. Beiträge bieten Ihnen eine Plattform, um Gedankenaustausch mit Ihrer Zielgruppe zu pflegen, mit ihnen in Kontakt zu treten und zu interagieren. Wollen Sie, dass Kunden regelmäßig auf Ihrer Webseite vorbeischauen, dann bewerben Sie aktiv ein Abonnement Ihres Blogs. Manche Firmen informieren auch noch zusätzlich über einen Newsletter, den man ebenfalls über Ihre Seite abonnieren kann.

In einem Blog können Sie Hintergrundinformationen zu Ihren Produkten und Dienstleistungen liefern. Kunden mögen das. Was Sie in Ihrem Unternehmensblog schreiben wollen, ist Ihnen überlassen. Vieles ist auch abhängig von Ihrer Zielgruppe. Was bei dem einen funktioniert, kommt bei einem anderen Unternehmen überhaupt nicht gut an. Nur Sie kennen Ihre Zielgruppe am besten. Denn Sie haben ja bereits eine ausführliche Analyse Ihrer Zielgruppe vorgenommen. Falls Sie noch keine Zeit dafür gefunden haben, ist hier nochmal der Link zum Teil 2 der Insidertipps für eine erfolgreiche Webseite.

Wenn Sie Seiten und Beiträge erstellt haben, ordnen Sie diese entsprechenden Menüpunkten zu. Für Blogbeiträge empfiehlt sich außerdem das Festlegen von Kategorien. Aus zeitlichen und rechtlichen Gründen, möchte ich lediglich kurz auf die Notwendigkeit eines Impressums, einer Datenschutzerklärung und der Einhaltung einer Cookie-Richtlinie verweisen.

#Layout, Typografie und Co.

Sobald Sie Ihre Seiten und Beiträge erstellt haben, können Sie sich über das Layout, die Schrift und die Farbgestaltung Ihrer Seite Gedanken machen. Da das allerdings ein sehr komplexes Thema ist und Stoff für mehrere Blogbeiträge liefert, werde ich es nur kurz anreißen.

Layout

Wenn wir von Layout sprechen, meinen wir in der Websprache das Theme. Das ist grob gesagt ein vorgefertigtes Design, dass mehr oder weniger individuell angepasst werden kann. Es gibt einfachere Themes oder solche mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Je mehr Gestaltungsmöglichkeiten es gibt, desto mehr Zeit brauchen Sie, um sich einzuarbeiten oder sich für die vielen Möglichkeiten zu entscheiden. Es macht auch keinen Sinn, wenn ich Ihnen jetzt einige Themes vorschlage. Denn das Angebot wächst ständig. Die digitale Welt verändert sich rasant. Was heute noch auf dem Markt ist, ist morgen schon wieder verschwunden. Deshalb ist es am besten, sich bei der Auswahl des Themes folgende Fragen zu stellen:

  • Welches Layout gefällt Ihnen persönlich sofort auf den ersten Blick? Warum spricht es Sie an?
  • Welches Design passt zum Image Ihres Unternehmens?
  • Passt das Layout zum Ziel Ihrer Website?
  • Falls Sie einen Blog planen: Ist die Blogfunktion bereits integriert bzw. lässt sie sich nachträglich einfügen?
  • Welche Schriftart wird verwendet? Passt sie zum visuellen Auftritt Ihres Unternehmens? Spricht die Schriftart die Kunden an? Ist sie leicht zu lesen?
  • Wie ist das Verhältnis von Text und Bild?
  • Welche Farbgestaltung wird standardmäßig verwendet? Können die Farben angepasst werden? Passen die Farben zum Unternehmensimage? Sprechen Sie Ihre Zielgruppe an?

Um das passende Layout auszuwählen, können Sie rational vorgehen oder sich auch auf Ihr unternehmerisches Gespür verlassen. Manchmal ist es tatsächlich das Bauchgefühl, dass letztendlich den Ausschlag gibt. Wie auch immer Sie sich entscheiden, es muss nicht zwingend endgültig sein. Sie können das Layout in den meisten Fällen nachträglich noch anpassen oder noch einmal komplett ändern. Manchmal tut einer Webseite ein Layout-Wechsel nach ein paar Jahren ganz gut. Besonders dann, wenn sich Ihre Ausrichtung ändert oder die Zielgruppe wechselt. Wenn Sie das im Sinn behalten, dann fällt Ihnen die Entscheidung für ein bestimmtes Layout sicherlich schon viel leichter.

Jetzt sind Sie mit Ihrer erfolgreichen Webseite schon ein großes Stück voran gekommen. Sie kennen Ihr Ziel, wissen also in welche Richtung Sie mit Ihrer Webseite gehen wollen. Sie haben Seiten und Beiträge erstellt und diese in entsprechende Kategorien eingeteilt bzw. Menüpunkten zugewiesen. Vielleicht haben Sie auch schon ein Konzept für einen Unternehmensblog im Sinn. Sie haben das Layout ausgewählt, sich über Farbgestaltung und Typografie Gedanken gemacht. Im nächsten Schritt geht es um die Frage, welche Auswirkungen die Gestaltung Ihrer Webseite auf mobile Endgeräte, also Smartphone und Co. hat. Dazu mehr in der nächsten Woche im Teil 4 der Insidertipps für eine erfolgreiche Webseite. Viel Spaß bei der Umsetzung der Tipps.

Quellen und Links

Lobacher, Patrick (2017): Homepage, Blog und Co. – Der beste Weg zur eigenen Webpräsenz, S. 65-74

Fasse, Markus und von der Frost, Marius (2017): WordPress – Professionelle Webseiten selbst erstellen

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