Wie du trotz Hitze in den Arbeitsflow kommst

Produktiv trotz Hitze

Die Hitze hat Deutschland gerade fest im Griff. In manchen Büroräumen steigt die Temperatur schnell auf 30 °C. Genauso schnell sinkt dann auch unsere Konzentration und die Motivation ist im Keller. Wie kannst du trotzdem produktiv arbeiten?

Ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber mich macht die Hitze unproduktiv. Statt Motivation schiebe ich Frust.

Aber das ist auch kein Wunder! Wir haben heute immerhin Tag 11 der Hitzewelle. Mein Schlafdefizit hat demnach einen kritischen Punkt erreicht. Die Augenringe werden immer größer. Meine gute Laune tendiert gegen Null. Selbst die stärkste Disziplin bringt mich irgendwie in keinen produktiven Arbeitsfluss.

Ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Viele spüren die Folgen der Hitzewelle an ihrem Körper.

Kann man im Sommer überhaupt produktiv sein?

Warum es so schwer ist, im Sommer produktiv zu arbeiten

Vielleicht liegt es uns Mitteleuropäern ja im Blut, immer produktiv sein zu müssen. Wahrscheinlich können wir auch nicht anders. Unsere südlichen Nachbarn in Italien oder Spanien zum Beispiel haben da bereits ein kollektives Verständnis für sommerliche Produktivitätspausen entwickelt. Mit „manana“ (Sorry, ich kann die Tilde für das „n“ auf der Apple-Tastatur nicht finden!) und „siesta“ haben sie schon mal einen soliden Lösungsansatz für das Hitzeproblem geschaffen. Sie haben scheinbar verstanden, dass wir bei Hitze nicht so produktiv sein können.

Warum das so ist, zeigen die Ergebnisse einer Studie des Umweltbundesamtes. Demnach arbeiten wir im Sommer nur dann produktiv, wenn die Innenraumtemperatur in unserem Behaglichkeitsbereich (was für ein Wort!) zwischen 23 °C bis 26 °C liegt. Mein Thermometer zeigt 27,8 °C Raumtemperatur. Das ist bereits fast 2 °C außerhalb des Wohlfühlbereiches. Ehrlich gesagt, mein persönlicher Wohlfühlbereich befindet sich eher um die 20 °C. Aber das ist auch nur mein rein subjektives Empfinden.

Können wir davon etwas lernen? Hier kommen ein paar Tipps, die mir geholfen haben, wieder etwas produktiver zu werden.

5 Tipps, wie du trotz Hitze produktiv arbeiten kannst

#1 – Arbeitszeiten anpassen

Bis vor 2 Jahren war ich definitiv kein Frühaufsteher. Zwar bin ich auch kein Morgenmuffel, aber ich springe um 6 Uhr morgens auch nicht gerade direkt nach dem Weckerklingeln aus dem Bett. Doch im Moment habe ich es mir angewöhnt, eher aufzustehen. Entweder mache ich Sport oder ich erledige noch das ein oder andere für die Arbeit. Folgendes möchte ich gern einmal ausprobieren:

  • Von 6 bis 2 arbeiten
  • Von 7 bis 12 + 17 bis 20.00

Voilà 8 Stunden Arbeit!!!! Bedenke, dass jeder Mensch unterschiedlich ist. Es lohnt sich, einfach auszutesten, wann du am besten arbeiten kannst.

#2 – Weniger Aufgaben einplanen

Da die Konzentration im Sommer sehr leidet, schafft man an heißen Tagen nicht so viel Arbeit wie sonst. Das ist dann etwas, was wir von unseren südlichen Nachbarn lernen können. Die reißen sich im Sommer kein Bein aus.

Ich musste das dieses Jahr auch lernen. Ich neige sehr dazu, immer einen perfekten Blogartikel abzuliefern. Doch im Moment ist das schwierig. Denn auch dieser Artikel entsteht unter erschwerten Bedingungen. Wenn ich realistische Erwartungen habe, dann bin ich auch nicht so frustriert. Es muss nicht immer ein Knaller-Artikel sein!

Probiere einfach mal aus, dir nicht so viele Punkte auf die To-Do-Liste zu setzen. Kennst du zum Beispiel die Eisenhower-Methode? Ich hatte schon viel davon gehört, aber sie nie richtig getestet. Seit ich meine Aufgaben nach dieser Methode in dringend und wichtig einteile, ist mein Zeitmanagement deutlich besser geworden. Welche Aufgaben sind wirklich wichtig und dringend? Gibt es Dinge, die du im Kalender nach hinten schieben kannst?

Grundsätzlich finde ich es eine gute Idee, jahreszeitliche Schwankungen in der Jahresplanung zu berücksichtigen. Zukünftig möchte ich das in meiner Jahresplanung auch berücksichtigen.

#3 – Für ausreichend Schlaf sorgen

Uuuch! Das ist glaube ich ein kritisches Thema im Moment. Wer kann denn zur Zeit wirklich gut ein- und durchschlafen? Dabei ist Schlaf bekanntlich sehr wichtig, um überhaupt konzentriert zu arbeiten. Wenn du also genug schläfst, dann hast du schonmal die halbe Miete!

Hier kommen ein paar Tipps, die mir wenigstens ein bisschen helfen.

  • Morgens, abends und/oder nachts lüften. Zu Zeiten, in denen es kühler ist und nicht noch mehr Hitze in die Wohnung kommt. Am besten tagsüber auch noch Gardinen oder Jalousien schließen.
  • Lauwarm duschen. Ich gebe zu, dass ich lieber ganz kalt duschen möchte. Aber das hat einen gegenteiligen Effekt. Wenn du es nicht glauben willst, dann probiere es einfach aus. Lauwarm ist besser. Unglaublich, aber wahr!!!!
  • Mittags / tagsüber eine Siesta oder ein kleines Powernapping machen. Wirkt Wunder und verhindert gleichzeitig, dass die Beine anschwellen. Passiert durch zu viel Sitzen. Hängt wohl mit der Venenpumpe zusammen.
  • Ein Kirschkernkissen in den Tiefkühler legen. Hält die Kälte zwar nicht so lange, aber strahlt eine angenehme natürliche Kühle aus.
  • Auch sehr wirksam: eine Wärmflasche mit kaltem Wasser füllen. Angenehm für die Füße!!!!

Es gibt natürlich noch viele andere Tricks. Ventilator, Klimaanlage und Icepacks für die Kühltasche habe ich jetzt mal bewusst weggelassen. Wir haben zwar einen Deckenventilator, und wir haben kein Problem damit. Aber manchen bekommt die Zugluft nicht so gut. Klimaanlagen eilt oft der Ruf voraus, eher negative Effekte zu erzielen. Selbst Studien empfehlen, darauf zu verzichten. Ein Temperaturunterschied von mehr als 6 Grad sei für den Körper schlecht zu verkraften. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, eine Klimaanlage zu verwenden oder nicht.

#4 – Kurze Konzentrationsphasen mit kleinen Pausen

Neben der bereits erwähnten Eisenhower-Methode gibt es noch die Pomodoro-Technik. Dabei unterteilst du deine Arbeit in Einheiten von 25 Minuten und machst danach 5 Minuten Pause. Nach 4 Pomodoro-Einheiten gibt es dann eine längere Pause von 15 Minuten.

Für mich funktioniert dieses Zeitmanagement gut. Ich weiß, dass jetzt 25 Minuten vor mir liegen. Danach kann ich kurz verschnaufen, bevor es weiter geht. Auch dieser Artikel entsteht mit der Pomodoro-Methode.

Vorteil ist außerdem, dass du ein besseres Zeitgefühl entwickelst. So siehst du auch, wie lange du für einen Blogartikel brauchst. Das kannst du dann wiederum als Grundlage für die Kalkulation deiner Preise nehmen.

#5 – Ausreichend trinken!!!

Es kann nicht genug betont werden, aber bitte trinke genug!!!! Das hilft deiner Konzentration enorm auf die Sprünge. Am besten nicht zu kaltes Wasser (aromatisiert durch Minze, Zitrone, Limetten, Orange usw.) trinken. Kaffee in Maßen – ich kann einfach nicht ohne – oder als Eiskaffee.

Das Thema Alkohol ist ja immer ein bisschen tricky, besonders im Sommer. Ich will hier nicht den Moralapostel spielen. Ich persönlich trinke seit 2 Jahren keinen Alkohol mehr und kann auch gut ohne. Aber ich kenne auch die Zeiten, in denen ich mich nach einem Aperol Sprizz gesehnt habe!!! Heute tut es auch ein alkoholfreies Bier. Aber das musst du selbst entscheiden.

#6 – Leichtes Essen

Das Schweinebraten mit Knödeln und Rotkraut zur Zeit nicht die beste Wahl sind, weißt du wahrscheinlich selbst. Nach so einem deftigen Essen, kann sich keiner mehr richtig konzentrieren. Aber immer nur Rohkost und Salat habe ich persönlich auch irgendwann satt. Nein, ich gebe hier keine Rezeptvorschläge! Das Internet ist ja schließlich voll davon. Du wirst schon was passendes finden.

#7 – Leichte Kleidung

Du musst ja nicht gleich im Bikini am Schreibtisch sitzen. Aber im steifen Bürooutfit aus Kunstfasern wirst du deine Konzentration erst recht in den Keller treiben. Versuche es mal mit Naturmaterialien wie Leinen und Baumwolle. Wenn du Homeoffice hast, dann kannst du ja sowieso selbständig entscheiden, was du so trägst.

So sehr wie ich mich jetzt auch nach Abkühlung sehne, so sehr genieße ich dieses Jahr auch die Zeiten auf Balkonien. So ein bisschen mag ich das Sommergefühl schon. Einfach mal die Sonne genießen. Beim Fahrradfahren den Fahrtwind genießen….. Also, wenn du kannst, versuche den Sommer auch ein bisschen zu genießen. Denn viel zu schnell kommen auch wieder die dunklen Tage, an denen wir auch nicht immer konzentriert arbeiten können.

Hast du noch mehr Tipps für das Arbeiten bei Hitze? Dann schreibe sie doch einfach in die Kommentare. Ich freue mich sehr, wenn wir uns gegenseitig unterstützen können.

Quellen und Links

Umweltbundesamt: IG-I-1: Hitzebedingte Minderung der Leistungsfähigkeit; Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel; 26.11.2019; https://www.umweltbundesamt.de/ig-i-1-das-indikator#ig-i-1-hitzebedingte-minderung-der-leistungsfahigkeit; Zugriff: 17.08.2020

Wirtschaftswoche: heiße Sommertage: So bleiben Sie trotz Hitze produktiv; 31.07.2018; https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/heisser-sommer-so-bleiben-sie-trotz-hitze-produktiv/22863636.html; Zugriff: 15.08.2020

Erhard Services: Zu heiß für die Arbeit? Ab wann deine Produktivität an ihre Grenzen stößt!; 29.08.2019; https://www.erhard-services.de/arbeitsleben/zu-heiss-fuer-die-arbeit-ab-wann-deine-produktivitaet-an-ihre-grenzen-stoesst/?cn-reloaded=1; Zugriff: 15.08.2020

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: